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Wettlauf der Ingenieure.

 
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Auteur Bericht
Yvonne
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Geregistreerd op: 2-2-2005
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BerichtGeplaatst: 16 Okt 2005 7:55    Onderwerp: Wettlauf der Ingenieure. Reageer met quote

Moderne Waffentechnik und neue Produktionsmethoden, nicht mehr die Generäle, entschieden über Sieg und Niederlage in den Militärschlachten

Der Hinterlader des thüringischen Gewehrbauers Johann Nikolaus Dreyse schien eine Wunderwaffe: Statt Pulver und Kugel in den Lauf zu stopfen, musste der Grenadier nur Patronen einlegen. Da das auch im Liegen ging, bot er dem Gegner kaum noch ein Ziel.

Experten waren tief beeindruckt. Nach Dreyses bahnbrechendem Zündnadelgewehr, so legte sich der Kriegstheoretiker Friedrich Engels 1878 fest, sei in der Technik des Landkriegs kein "neuer Fortschritt von irgendeinem umwälzenden Einfluss" mehr zu erwarten.

Das war ein bizarrer Irrtum des Kampfgefährten von Karl Marx. Aber die Kriegstechnik entwickelte sich gerade so schnell, dass auch die übrige Fachwelt oft den Überblick verlor: Noch fünf Jahre vor Kriegsausbruch glaubte der frühere preußische Generalstabschef, Alfred von Schlieffen, die Entwicklung des Waffenarsenals sei endgültig auf dem Höhepunkt angekommen: "Das Denkbare ist erreicht."

Kurz darauf war das Denkbare wie weggesprengt, eine Umwälzung nach der anderen brachte die Welt der großen Strategen ins Wanken. Denn das Geschehen bestimmte nunmehr ein Wettlauf der Techniker: mit U-Booten, Funktechnologien, Chemiewaffen und vielem mehr.

Fliegereinheiten, die sich gerade noch als kleine, feine "Kavallerie der Lüfte" gesehen hatten, wuchsen binnen Monaten zu straff organisierten Luftstreitkräften. Neu entwickelte schnelle Torpedoboote und Zerstörer brachten auf See die Aufmärsche von Linienschiffen und Panzerkreuzern durcheinander, an Land sprengte ein Ferngeschütz von Krupp mit 120 Kilometer Reichweite die gegnerischen Linien. Dazu etablierte sich ein Horror völlig neuer Art - der Panzerkrieg.

So etwas verwirrte Stabsplaner, die auf ihren Militärschulen über die neuen leichten Maschinengewehre (bis zu 300 Schuss pro Minute) oder den Masseneinsatz der englischen Splitterhandgranaten (70 Millionen Stück) nie etwas gehört hatten - ganz zu schweigen von der monströsesten Neuerung, dem Gaskrieg.

Den Kampfstoffeinsatz hatte das Reichsheer zwar nicht eingeführt, aber am stärksten forciert. Anfangs wurde eine Entwicklung des späteren Nobelpreisträgers Walter Nernst eingesetzt, eine Art Reizgas, das freilich die alliierten Soldaten beim ersten Einsatz im Oktober 1914 in Flandern lediglich zum Niesen brachte; der Sohn des Armeechefs Erich von Falkenhayn soll sich sogar für eine Champagnerwette fünf Minuten lang in eine Gaswolke gestellt haben.

Mit solchen Kasinoscherzen war es vorbei, als Nernst abtrat und sein Nachfolger Fritz Haber, später ebenfalls Nobelpreisträger, die Eskalation organisierte. Nun waberte auch das berüchtigte Senfgas ("Gelbkreuz") über die Schützengräben. Beide Seiten benutzten es mit schrecklichem Resultat. Zahllose Soldaten wurden schwer geschädigt, 90 000 starben im Gas - davon allein rund 56 000 Russen.

Hinter der technischen Revolution des Krieges standen starke Kräfte. "Die ganze Gesellschaft war für den Krieg mobilisiert", so der Stuttgarter Historiker Gerhard Hirschfeld. Da propagierte selbst ein Friedensaktivist und Esperanto-Vorkämpfer wie der international renommierte Physiker Wilhelm Ostwald eine "nationale" Chemie, der Wiener Nervenarzt Sigmund Freud ließ 1914 ernsthaft wissen, seine "ganze Libido" gelte Österreich-Ungarn, und der sanfte Mystiker Paul Klee bemalte Tarnnetze für die Armee.
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Yvonne
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BerichtGeplaatst: 16 Okt 2005 7:57    Onderwerp: Reageer met quote

Die Techniker und Naturwissenschaftler stellten sich meist weniger schwärmerisch auf die neuen Umstände ein. Viele sahen handfeste Chancen, mit ihrer als "Dienst am Vaterland" aufgemotzten Zuarbeit Militärgelder ins eigene Forschungsgebiet zu lenken.

Neben den etablierten "Waffenschmieden" wie Krupp oder AEG wurden der Energiesektor, die Transport- und Kommunikationstechnik sowie die Großchemie immer bedeutsamer. In Zschornewitz entstand das größte Kraftwerk der Welt, das neue Stickstoffwerk Piesteritz bei Wittenberg verbrauchte doppelt so viel Strom wie ganz Berlin.

In dem neuen militärisch-industriellen Komplex dominierte die Chemie, die in Deutschland binnen kurzem vom Farbenproduzenten zur Schlüsselindustrie aufstieg, weil sie sehr erfolgreich Ersatzstoffe für kriegsbedingte Importausfälle entwickelte. Das schürte - so der Bielefelder Experte für Technikgeschichte Joachim Radkau - einen noch lange wirksamen "Panchemismus" - den "Glauben an die universelle Anwendbarkeit der Chemie".

Der Krieg der Ingenieure, wie ihn der englische Schatzkanzler Lloyd George nannte, brachte völlig neue Industriezweige hervor, die in den kommenden Jahrzehnten die Schwerpunkte der Weltwirtschaft bestimmen sollten.

Auch die neutralen Friedensstaaten profitierten von der Völkerschlacht. Allseits begehrt waren Präzisionswaffen von Bofors aus Schweden oder Oerlikon (Schweiz), die "unter donnerndem non olet" auf Freund und Feind feuerten, wie der US-Historiker George Hallgarten schrieb.

"Mag der Krieg noch so viel Schreckliches gezeitigt haben, für den Automobilismus war er großartige Propaganda."

Den größten Schnitt machten die großen Mächte. Niemals zuvor seien "in gleich kurzer Zeit neue Erfindungen und neue Verfahren in ähnlicher Fülle ausgedacht, ausprobiert und ins Werk gesetzt" worden, rühmte der deutschnationale Rüstungsorganisator Karl Helfferich, im Krieg Staatssekretär des Schatzamts.

Und ein Generaldirektor von Daimler fand: "Mag dieser Krieg noch so viel Schreckliches gezeitigt haben, für den Automobilismus war er die großartigste Propaganda, die man sich denken kann."

Vor allem aber revolutionierten die Technologen das Handwerk der Generäle. Vorbei die Zeiten des Schlachtenlenkers auf dem Feldherrnhügel - die Truppen konnten von jetzt an ziemlich unspektakulär von rückwärtigen Lagezentren aus kommandiert werden. Kleine Heere von Nachrichtenhelfern mit Telefonen und Funkgeräten hielten von hier aus den Kontakt zur Front. Allein auf deutscher Seite wurde ein Feldtelefonnetz von über 900 000 Kilometern verlegt, fahrbare Funkgeräte reichten bis zu 300 Kilometer weit.

Zwar war die Erkundungstechnik alter Art mit Meldehunden und berittenen Spähtrupps noch nicht ganz ausrangiert - in abgeschnittenen Schützengräben gab es für den Notfall noch Brieftauben. Im Kontrast dazu wirkte die moderne Kriegstechnik nur noch eindrucksvoller: Die große Funkstation in der Nähe von Berlin reichte bis Afrika und Amerika, alliierte Soldaten schleppten die ersten drahtlosen Telefone übers Schlachtfeld.

Sogar Flugzeuge hielten schon Funkkontakt zur Bodenstation, auf deutscher Seite bereits ab 1915 - wenn auch noch mit Morsetechnik. Engländer und Amerikaner bekamen gegen Kriegsende sogar regulären Sprechfunk ins Cockpit.

Zugleich gewann die militärische Aufklärung "gewaltige Bedeutung" (so 1920 das Standardwerk "Technik im Weltkriege"): Die Kopfstärke der deutschen Nachrichteneinheiten wuchs von 800 Offizieren und 25 000 Untergebenen zu Kriegsbeginn auf 4400 zu 185 000 am Ende an.
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Yvonne
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BerichtGeplaatst: 16 Okt 2005 7:58    Onderwerp: Reageer met quote

Auch die Luftfahrt entwickelte sich im militärischen Tempo. Kriegsgegner wie Bertha von Suttner hatten schon früh kritisiert, dass der Traum von der völkerverbindenden Fliegerei nur Herstellerpropaganda sei, mit der die gleichzeitige "Anbiederung beim Militär" kaschiert werden sollte. Tatsächlich flogen erst einmal die Uniformierten - vor allem sie sollten den Ablauf des Krieges in nie gekannter Weise verändern.

Flugzeugmotorenentwickler sorgten schnell für Leistungssteigerung mit höhentauglichen Triebwerken und avantgardistischen Komponenten. Spriteinspritzung und Turbolader kamen bereits auf.

Das anfangs belächelte fliegende Offiziersspielzeug war binnen kurzem zum Schreckensinstrument des Kriegs der Zukunft geworden. Bereits Hunderte Maschinen kämpften 1918 über Belgiens Schlachtfeldern um die Lufthoheit. Allein die kaiserlichen Luftstreitkräfte - zuletzt mehr als 60 000 Mann stark - setzten 5000 Flugzeuge ein.

Bombenkrieg wurde ebenfalls schon praktiziert. Insgesamt warf das Royal Flying Corps 660 Tonnen Bomben auf deutsche Ziele, bei den deutschen Luftangriffen auf England starben 1400 Zivilisten.

Noch gigantischer das U-Boot-Programm, mit dem die deutsche Marine den alliierten Materialnachschub aus Übersee bekämpfte. Insgesamt wurden 380 Boote gebaut, die 5500 Handelsschiffe versenkten. Die Westmächte konterten mit Horchtechnik und Luftaufklärung, um so die Angreifer unter und über Wasser aufzuspüren. Sogar Jagd-U-Boote wurden konstruiert - die englischen erreichten getaucht ein Tempo von 15 Knoten (rund 30 Stundenkilometer). 187 deutsche U-Boote wurden mit Hilfe der neuen Waffen versenkt.

Englands Admiräle, Herren über die bis dahin größte Schlachtschiffflotte, hatten lange Zeit nicht allzu viel auf U-Boote gegeben. So versäumten sie es, sich die Erkenntnisse des Torpedo-Konstrukteurs Robert Whitehead exklusiv zu sichern.

Der Brite hatte eine hypermoderne Waffe entworfen: Seine pressluftgetriebene Unterwasserprojektile verfügten über automatische Seiten- und Tiefensteuerung, das einstellbare Gyroskop hielt sie auf Kurs. "Geniale Erfindung", applaudierte 1914 der viel beachtete Marine-Almanach des "Geh. Regierungsrats" Max Geitel. Whitehead arbeitete zwar auch der Royal Navy zu; gleichwohl belieferte sein Unternehmen, das in Fiume an der Adria residierte, die Seestreitkräfte Europas. Besonders profitierte davon die U-Boot-Flotte des Kaisers.

Doch auch in der Kaiserlichen Marine übersahen die Schlachtschiff-Ideologen richtungweisende Angebote der eigenen Industrie. So fand etwa die Entwicklung eines schnellen Leichtkreuzers durch Ingenieure der Vulkan-Werft Stettin nur im Ausland Interessenten: Russland baute nach Vulkan-Plänen den Torpedoboot-Bekämpfer "Nowik". Der "Rapid-Kreuzer", angetrieben von drei AEG-Dampfturbinen mit 36 000 PS, lief 37 Knoten, rund 70 Stundenkilometer.

Ein Versäumnis der deutschen Militärplaner wirkte sich besonders verheerend aus - die vernachlässigte Entwicklung von Kampfpanzern.

Zwar waren "Panzer-Automobile" gelegentlich bei Kaisermanövern mitgefahren, doch die militärische Möglichkeiten dieser Fahrzeuge schöpften nur die Alliierten aus - in streng geheimen Entwicklungen, bei denen die klobigen Prototypen als Großbehälter ("Tanks") getarnt waren.

Als sich dann im November 1917 bei Cambrai aus Nebelbänken eine Phalanx aus rund 300 englischen Panzern hervorwälzte, verursachte das bei den Kaisertruppen wahre Psychoschocks. Der Generalstabshistoriker Max Schwarte berichtete kurz nach dem Krieg: "Sie verbreiteten durch die Ungewohntheit ihres Anblickes und durch ihre augenscheinliche Unverletzbarkeit Furcht und Schrecken in den deutschen Reihen."

Das Entsetzen ließ schnell nach, denn die Wunderwaffe war unausgereift. Überschwer, unbeweglich und zu dünn gepanzert, waren die Tanks ziemlich leicht zu bekämpfen. Doch die Alliierten rüsteten nach. Als deutsche Ingenieure mit einem "Landpanzerkreuzer" kontern wollten - Besatzung: 18 Mann, Gewicht: 30 Tonnen -, hatten Engländer und Franzosen bereits schnelle Kleintanks an der Front. Und vor allem: Gegen Hunderte alliierter Sturmpanzer brachten die Deutschen ganze 20 ins Gefecht.

Das "Versagen im Tank-Bau", folgert Chronist Schwarte, war denn auch "ein Vorzeichen des Zusammenbruchs".

Christian Habbe (Spiegel, betaalde versie)
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BerichtGeplaatst: 18 Mei 2006 9:12    Onderwerp: Reageer met quote

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