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Wie Verdun zu einem blutigen Mythos wurde

 
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Auteur Bericht
Pegoud
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BerichtGeplaatst: 23 Feb 2013 17:49    Onderwerp: Wie Verdun zu einem blutigen Mythos wurde Reageer met quote

Quote:
Im Februar 1916 begann der Kampf um die Festung Verdun. Der deutsche Plan, die Franzosen "auszubluten", entpuppte sich als Fehlkalkulation. Doch auch Frankreich zog falsche Schlüsse aus der Schlacht. Von Berthold Seewald

General Erich von Falkenhayn hatte eine Vorliebe für drastische Bilder. So gebrauchte er in Briefen oder Vorträgen gern Wörter wie "ausbluten", "weißbluten", "Blut verspritzen" oder "verbluten", wie sein Biograf Holger Afflerbach gezählt hat. Das war schon den Zeitgenossen in den letzten Jahren des Deutschen Kaiserreichs aufgefallen, dem Falkenhayn diente. Und sie schlossen aus der Sprache auf eine zynische Strategie, die sich bald mit seinem Namen verband. Denn Falkenhayn war nicht irgendein General Wilhelms II., sondern der Chef von dessen Oberster Heeresleitung im Ersten Weltkrieg.

Am 21. Februar 1916 begann der deutsche Angriff auf die französische Festung Verdun. Über Monate hatte Falkenhayn ihn geplant, vorbereitet – und als er längst gescheitert war, hielt er immer noch daran fest. Mit grauenerregendem Ergebnis: Bis zum Dezember 1916 starben vor Verdun mehr als 300.000 Franzosen und Deutsche.

Obwohl es im Ersten Weltkrieg Schlachten von ähnlicher Größenordnung gab – in der Champagne, an der Somme, in den Karpaten – wurde Verdun zum Symbol für die Brutalität und Sinnlosigkeit des modernen Maschinenkrieges, vor allem in Deutschland und Frankreich. Nicht umsonst zelebrierten der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand 1984 ihre Freundschaft Hand in Hand auf den Gräbern von Verdun.

Die Stadt an der Maas wurde auch deswegen zum Symbol für den Ersten Weltkrieg, weil noch heute das Gelände um die Forts Vaux und Douaumont von den Millionen Granaten gezeichnet ist, die es buchstäblich umpflügten. Auf engstem Raum standen sich hier Franzosen und Deutsche gegenüber, getrieben von einem irrwitzigen Kalkül, in dem es buchstäblich um Ehre und Blut ging. Und für dessen Ergebnis der Titel des Romans von Erich Maria Remarque den treffenden Kommentar liefert: "Im Westen nichts Neues".


2,5 Millionen Granaten


Erich von Falkenhayn rechnete mit der Ehrpusseligkeit der französischen Generäle. Auf französischem Boden, gut 100 Kilometer von Paris entfernt, wollte er seine Gegner zu einem Angriff zwingen und dabei buchstäblich vernichten.

Nach den schweren Niederlagen zu Beginn des Krieges und ihrem Sieg an der Marne, mit der sie die deutsche Invasion gestoppt hatten, waren die Franzosen endgültig zur Offensivtaktik übergegangen. Sie zogen sogar die Geschütze aus der Festung Verdun ab und erklärten sie zum "ruhigen Abschnitt". Nur drei Divisionen deckten die Front.

Der deutsche Plan sah vor, mit aller Macht östlich der Maas anzugreifen und in dem gewonnenen Gelände so viel Artillerie wie möglich aufzufahren. Bei ihrem Versuch, die Deutschen zurückzudrängen, würden die Franzosen wie von selbst in die Reichweite der deutschen Geschütze laufen und dort aufgerieben. Falkenhayns Wort vom "Weißbluten" machte die Runde.

Entsprechend waren die Vorbereitungen. Der 5. Armee des Kronprinzen, die den Angriff führen sollte, wurden zehn Divisionen aus der Heeresreserve unterstellt. 1200 Geschütze sollten sie unterstützen, darunter 542 schwere. Jeder Kilometer der französischen Front sollte von 100 Kanonen beschossen werden. 2,5 Millionen Granaten wurden unter größter Geheimhaltung herangeschafft.


Gegenangriffe bis "zum Äußersten"


Nach einem bis dahin noch nicht erlebten Trommelfeuer begann am Abend des 21. Februar der deutsche Angriff, der unter dem Codenamen "Operation Gericht" lief. Drei Tage später war das äußere Grabensystem der Franzosen auf dem rechten Ufer der Maas in deutscher Hand. Als schließlich auch das Fort Douaumont genommen wurde, schien ein Sieg greifbar nahe.

Den aber hatte Falkenhayn gar nicht angestrebt. Ihm ging es darum, die Franzosen zu Gegenangriffen "bis zum Äußersten" zu provozieren und dabei "auszubluten". Tatsächlich warf der französische Oberkommandierende Joseph Joffre Dutzende Divisionen in den Kampf. Ihre Versorgung musste über eine einzige Straße geleistet werden, die bald den pathetischen Namen "Voie Sacrée" bekam. 12.000 Lkw waren bald rund um die Uhr im Einsatz, um Material an die Front zu schaffen.

Bald rächte sich, dass Falkenhayn seine Offensive auf das östliche Maasufer beschränkt hatte. Denn den Franzosen gelang es, ihrerseits eine Artilleriefront auf der westlichen Seite aufzubauen. So kam es, dass die deutschen Verluste bald die gleichen Größenordnungen erreichten wie die französischen. Am Ende verloren die Franzosen 380.000 Mann (davon 170.000 Tote), die Deutschen 340.000 Mann (150.000).

Nachdem die russische Armee im Juni die erste Brussilow-Offensive in Galizien und die britische Armee im Juli ihre Offensive an der Somme gestartet hatten, war klar, das der deutsche Kriegsplan bei Verdun gescheitert war. Aber anstatt die erschöpften Truppen auf eine verkürzte Linie zurückzunehmen, wurde aus Prestigegründen weiter um jeden überflüssigen Meter an der Maas gekämpft. Erst nachdem Falkenhayn im August 1916 von Hindenburg und Ludendorff in der Obersten Heeresleitung abgelöst worden war, ging man daran, die sogenannte "Blutpumpe" bei Verdun, wie das Grauen sarkastisch von den Soldaten genannt wurde, abzustellen.


Die Idee der Maginot-Linie


Heute sind Verdun, seine Friedhöfe, Festungswerke und Laufgräben ein gigantischer Gedenkort, der von dem Beinhaus von Douaumont überragt wird. Seine Friedensbotschaft ist allerdings jüngeren Datums. Früher, nach Ende des Ersten Weltkriegs, stand Verdun dagegen gedanklich im Zentrum künftiger Kriege.

Frankreich schloss aus der Tatsache, dass sich sein Heer in einem Festungswerk lange gegen eine Übermacht halten konnte, dass gegen künftige Angriffe aus dem Osten am besten eine Bunkeranlage sichern würde. Also entstand mit der Maginot-Linie die größte Verteidigungsanlage der Welt, in der die besten Divisionen Frankreichs stationiert waren.

In Deutschland wurde das Trauma Verdun zum Motiv, darüber nachzudenken, wie ein mörderischer Stellungskrieg künftig verhindert werden könnte. Man fand die Lösung in der Schnelligkeit, die der Verbrennungsmotor ermöglichte. Motorisierte Truppen und Panzer waren es denn auch, die die französische Armee 1940 innerhalb von vier Tagen in die Niederlage trieben. An der Maginot-Linie fiel in dieser Zeit kaum ein Schuss.

Allerdings sollte der Zweite Weltkrieg bald ganz andere Dimensionen des Blutzolls hervorbringen.


http://www.welt.de/geschichte/article113823046/Wie-Verdun-zu-einem-blutigen-Mythos-wurde.html

Gr P
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